Marokkanische Gerichte

Gewürze

Die marokkanische Küche setzt sich aus einer ausgewogenen Mischung von Süßem und Pikanten zusammen. Hauptsächlich Lammfleisch (Berber bevorzugen Ziegenfleisch), Geflügel, Gemüse und Milcherzeugnisse werden in der Küche verwandt. Gewürzt wird mit exotischen Spezialitäten wie Zimt, Ingwer, Safran, Koriander, Kreuzkümmel, Fenchel, Sesam und Thymian (oft wird er den Reisenden büschelweise von Kindern zum Kauf angeboten). Viele dieser Gewürze haben überdies noch eine heilende Wirkung. In aller Vielfalt kann man sie in den "Souks" (örtliche Märkte auf freien Plätzen) erwerben. Im Laufe der Jahre kamen südeuropäische, afrikanische und französische Einflüsse dazu, was sich besonders bei den landestypischen Restaurants wiederspiegelt. Typische marokkanische Menüs werden oft in Verbindung mit folkloristischen Darbietungen angeboten.​

Speisen

In den Küchen Marokkos trifft sich die Welt. Ihr Hotel wird Ihnen wahrscheinlich vorwiegend europäische Kost anbieten. Wenn Sie jedoch eine Mahlzeit außerhalb einnehmen, ist fast alles möglich: Arabische Traditionen mengen sich mit berberischen; spanische Einflüsse sind ebenso unverkennbar wie italienische - und letztlich haben noch die Könige des Kochtopfs, die Franzosen, dem Land während der Protektoratszeit ihren kulinarischen Stempel aufgedrückt. Gleichzeitig reichhaltig und raffiniert, ist die marokkanische Küche in der ganzen Welt zu recht bekannt für ihre Farben, ihre Geschmäcker und ihren Gebrauch der Gewürze.​

Marokkanische Mahlzeit

Wenn Sie mal auswärts essen gehen wollen, stehen Sie vor der Entscheidung zwischen den exquisiten und den weniger exquisiten Etablissements auswählen zu müssen. Die schlichtesten (und ursprünglichsten) Restaurants sind die Garküchen. Was hier auf der Straße gereicht wird, duftet oftmals verführerisch. Hier kann man gut und günstig essen und die Hygienebedingungen sind meistens gut.

Marokkanische Küche

Das Nationalgericht ist die Tajine. Allerdings ist mit diesem Begriff kein spezielles Rezept, sondern vielmehr die Art der Zubereitung umschrieben: Die Tajine ist ein Tontopf, der über das Holzkohle-Feuer gestellt wird, charakteristisch ist sein spitz zulaufender Deckel. Was unter diesem schmoren soll, ist dem Können und den persönlichen Vorlieben des Kochs überlassen. Erlaubt ist alles: Huhn genauso wie Lamm, Rind, Kaninchen und Fisch, es gibt Tajines mit Gemüse ebenso wie solche mit süßen Früchten - jede ist anders, fast jede ein Genuss. Eine andere Landesspezialität ist der Couscous: Hauptbestandteil ist Hartweizengrieß, der in einem - meist riesigen - Sieb über einer Fleisch-Gemüse-Mischung gedünstet wird.

Typische Festessen sind der Mechoui (Lammbraten) sowie die Pastilla (Geflügel-oder Fischpastete). Zur Fastenzeit kocht man meist die Harira, eine Suppe aus Bohnen oder Linsen und Lamm. Die Harira ist überall in der arabischen Welt beliebt, man kennt sie von der Speisekarte des türkischen Restaurants daheim - genauso wie auch Kebab (Lammfleisch vom Spieß) und Kefta (kleine Frikadellen aus Lammfleisch). An Fisch findet sich auf dem marokkanischen Teller all das, was Mittelmeer und Atlantik an Köstlichkeiten hergeben: Von gegrillten Sardinen bis zu Groß-Garnelen ist alles möglich.

Wenn Sie zu einem marokkanischen Essen eingeladen werden, bedeutet dies, dass Sie eine einzigartige Zeremonie kennen lernen können. In der Kunst, ein Essen zu servieren, offenbart sich die ganze Gastfreundschaft des Landes. Im Allgemeinen wird man in einen großen Raum geführt. Entlang der Wände stehen bequem gepolsterte Sitzbänke mit niedrigen Tischen in Reichweite. Der Boden ist mit Teppichen bedeckt. Ein Diener (oft ein Familienmitglied) erscheint mit einem Wasserbecken, Seife und Handtuch. Nach dem Händewaschen kann das Mahl beginnen. Mit dem Sprechen des islamischen Tischsegens „Bismillah" (im Namen Gottes) gibt der Hausherr das Zeichen zum Beginn des Essens. Die Speisefolge ist traditionell, und den krönenden Abschluss bildet oft ein Couscous.

Getränke

Zum Abschluss eines vortrefflichen Menüs verwöhnt das süße Aroma des Minztees die Sinne. Oder ein Glas marokkanischer Wein? Frische Säfte und die traditionelle Mandelmilch bereichern die Getränkekarte. Nebst Wasser trinkt der Einheimische mit großem Behagen und in erklecklichen Mengen zu jeder Tageszeit Tee – eine Mischung aus Minzeblättern und grünem Tee. Wenn Sie von einer marokkanischen Familie zum Mahl geladen werden, seien Sie darauf gefasst, dass man auf niedrigen Polstern sitzt und aus einer Gemeinschaftsschüssel mit der Hand isst - nicht mit irgendeiner, sondern unbedingt mit der Rechten, die Linke gilt als unrein! Zu Beginn bricht der Herr des Hauses das Fladenbrot, verteilt es und eröffnet die Speisung mit dem Wort „Bismillah" - im Namen Gottes.

Die Mahlzeit dauert - gemessen an nordeuropäischen Verhältnissen - sehr lange; nach dem Essen wird Tee gereicht: Die dritte Tasse ist als Zeichen zu verstehen, dass die Tafel nun aufgehoben ist.

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